Neulich habe ich im wahrsten Sinne des Wortes den Vogel abgeschossen. Ich war gerade auf dem Heimweg und fuhr auf der A3 (etwa in Höhe der Anschlussstelle Wiesentheid) mit etwa 140 km/h und überholte dabei ein Auto. Plötzlich sah ich, wie ein großer Greifvogel die Autobahn querte. Er hatte offenbar ein Ziel fixiert denn er ließ sich konsequent sinken. Zwar war ich wohl nicht sein Ziel, aber ich sah, dass sich seine Flugbahn und meine "Fahrbahn" unweigerlich kreuzen würden. Bremsen konnte ich jedoch nicht, weil hinter mir jemand war, der es eilig hatte und es mit dem Sicherheitsabstand nicht so genau nam. Ich ging sofort vom Gas und sah, wie der Vogel vor mir beinahe die Straße berührte. Da krachte es auch schon. Mist, dachte ich, jetzt habe ich den schönen Vogel überfahren.
Zuhause angekommen wollte ich dann nachsehen, ob das Auto Schaden genommen hatte. Doch was musste ich feststellen? Aus dem Lüftungsgitter unterhalb des Nummernschilds ragten Federn. Da war also noch etwas Vogel übrig, dachte ich, und ging nach oben, um mir Handschuhe und Plastiktüten zu besorgen. Maria Alba konnte mir die Geschichte kaum glauben und kam dann wieder mit nach unten. Ich zog an den Federn, musste jedoch gleich wieder loslassen, weil da noch etwas schweres dranhing. Richtig, der ganze Vogel war noch da! Den Schreck noch in den Gliedern, gelang es mir nicht, mich zusammenzureißen und meinen Ekel zu überwinden. Zum Glück war Maria Alba stärker und zog nach mehreren Fehlversuchen einen 30 cm großen toten Greifvogel heraus, der sofort in der Mülltonne verschwand ...
Dass das Plastikgitter unter dem Nummernschild beschädigt ist, sieht man kaum. Da hat noch bis zur nächsten Inspektion Zeit. Dann erfahre ich auch, was der "Spaß" gekostet hat ...