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Montag, 20. März 2000

Nach dem ich in letzter Zeit öfter geschwitzt habe, ist es mal wieder an der Zeit zu frieren. Der HTML-Kurs scheint beendet, wir sind zu dritt im Praktikumsraum. Leider steht das Fenster sperrangelweit offen, was für frische, aber auch für kalte Luft sorgt. Ich bin damit beschäftigt, Informationen für meine Arbeit im Internet einzuholen. Ein paar Dokumente finde ich sogar und lade sie herunter. Auch lade ich ein paar Dokumente herauf, nämlich die neuen Tagebuchseiten. Als ich sie teste, fällt mir nicht nur auf, daß ich vergessen habe, die 24. Woche mittels ispell nach Rechtschreibfehlern zu durchsuchen, sondern das mein Albumgenerator die Index-Seiten verhunzt, in dem er absolute Links einfügt. Dies ist nicht nur beim neuen Alpujarras-Album der Fall, sondern auch schon beim Ronda-Album von letzter Woche. Noch habe ich keine Beschwerdemails darüber bekommen, daß deutet nicht gerade auf ein großes Interesse an den Bildern. Komisch, ich hätte schwören können, letzte Woche die Alben getestet zu haben.

Zu Hause wird dann gleich dem neuen Problem mit der makeRelativePath()-Methode auf den Grund gegangen. Zum Glück liegt der Fehler nicht darin, sondern am Aufruf der Methode, nämlich bastle ich mir fälschlicherweise erst einen unsinnigen Pfad zusammen, nämlich /home/toto/public_html/.. wird zweimal hintereinandergehängt, so daß die besagte makeRelativePath() den ersten Teil abschneidet und dann nur noch der zweite Teil, welcher ein absoluter Pfad ist, stehen bleibt. Manche Fehler sind schon erstaunlich. Immerhin ist das Problem nach einer Viertelstunde behoben, und die korrigierten Seiten sind generiert und auf Diskette kopiert worden.

Nachmittags bin ich dann nur wenig produktiv. Ich bin enttäuscht darüber, daß das heute Vormittag gesammelte Material fast nicht zu gebrauchen ist. War ganz interessant zu lesen, aber gibt für mein Thema nichts her. Immerhin kann meine Arbeit schon mit 25 Brutto-Seiten (ca. 17 Netto-Seiten) aufwarten. Wenn ich jetzt noch den Quellcode einfüge, und so ausführlich wie möglich erläutere, dann müßte es schon auf eine akzeptable Größe wachsen. Was heißt müßte, es muß, denn mir fällt nichts mehr ein, was ich noch ohne weitere Literatur schreiben soll.

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Dienstag, 21. März 2000

Heute legt man es darauf an, mir meine Motivation zu zerstören. Ich bin um kurz nach neun in der ETSII und darf nicht in den Praktikumsraum. Ich müßte erst warten, bis der Kurs platzgenommen hat, wenn dann noch was frei ist, darf ich arbeiten. Meiner Ablehnung dieser Tatsache gegenüber verleihe ich Ausdruck, in dem ich ungeduldig vor der Tür auf und abgehe, in einem Tempo, das jeden Zuschauer den letzten Nerv raubt. Einige Minuten später kommt der Schließer wieder und sagt, es würde gar kein Kurs stattfinden, er hätte sich geirrt.

Meine Vermutung ist, daß in der Zwischenzeit jemand das Netz manipuliert hat, um mich zu ärgern. Ausnahmsweise erscheint die Startseite heute schnell (Intranet, dauert normalerweise eine Minute ...), dafür kommt man nicht hinaus. Immerhin kann ich eine Seite außerhalb aufrufen. Diese Seite beinhaltet weitere Links, denen ich vergeblich zu folgen versuche. Offenbar ist diese eine Seite von gestern noch im Cache. So ziehe ich also unverrichteter Dinge wieder von dannen.

Als ich zum Mittagessen aufbreche, gerate ich mit dem Kater in Schwierigkeiten. Das Vieh hat offenbar genau vor meiner Tür gesessen. Da diese nach außen aufgeht, hat er wohl einen Schlag abbekommen. Ich sehe ihn jedenfalls noch zur Seite und mit dem Kopf gegen die Wand springen. Und das wo ich dachte, ihn schon soweit zu haben, daß er keine Angst mehr vor mir hat. Jetzt wird er mir wohl wieder aus dem Weg gehen.

Am Nachmittag steigert sich mein Ärger über das Handbuch von VIR. So wird in der Schritt-für-Schritt-Anleitung gesagt, als erstes müsse man eine Verbindungzum Server mittels setConnection() herstellen. Sehr gut, nur ist diese Methode geschuetzt (protected), d.h. man hat von außen keinen Zugriff und kann sie somit nicht aufrufen. Die Tatsache, daß es Methoden gibt, die eine boolesche Funktion ausführen, aber keinen booleschen sondern (wie in C) einen Integerwert, deutet auf Schwachpunkte im Modell hin. Schließlich bietet Java einen Datentyp boolean an. Hinzu kommt, daß ich das Mittagessen wohl nicht so gut vertragen habe.

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Mittwoch, 22. März 2000

Zwar weiß ich wie nötig der Regen ist, dennoch kann ich mich nicht unbedingt daran erfreuen. Deshalb bleibe ich zu Hause, bei dem Wetter möchte ich mich nicht auf das Fahrrad schwingen. Ich komme leider nur sehr langsam voran. Aber ich sammle einige Punkte, die ich morgen ausprobieren möchte.

Das Mittagessen ist heute eine Katastrophe. Der Salat hat zwar wie immer jede Menge Zutaten, aber er schmeckt nur nach (alter) Zwiebel. Dafür werde ich dann auf dem Rückweg durch erneut einsetzenden Regen belohnt. Dieser Regen sorgt dafür, daß sich ziemlich große Pfützen vor allem an den Bushaltestellen bilden. Als ich Nachmittags zum Einkaufen gehe, springt plötzlich die Menschenmenge, die sich an der Bushaltestelle versammelt hat, zur Seite, so daß ich fast gegen eine Mauer gedrückt werde. Noch weiß ich nicht, warum die Leute so aufgewühlt sind und laut schreien. Doch dann fährt der Bus mit hohem Tempo in die Haltebucht, das Wasser spritzt Meterhoch und einige Leute, die sich im Wartehäuschen verkrochen haben, bekommen eine heftige Dusche. Was sagte Jerónimo einmal? Busfahrer in Granada seien alles Arschlöcher? Bei diesem Kutscher trifft das wohl durchaus zu. Die Leute wollen dem Fahrer "einen Preis verleihen". Irgendwie scheinen sie es mit Humor zu nehmen.

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Donnerstag, 23. März 2000

Zunächst sieht es so aus, als ob ich heute Erfolg haben würde. Mein Briefkasten öffnet sich mit einiger Post (nicht bloß Newsletter und Nachrichten vom Börsenspiel). Lesen kann ich sie noch, aber zum Beantworten komme ich nicht mehr, dann legt sich das Internet wieder schlafen. Die Sachen, die ich ausprobieren will, funktionieren nicht. Ich muß gestehen, daß beruhigt mich. Zeigt es doch, daß das Paket tatsächlich falsch konfiguriert liegt und es sich überhaupt nicht umgehen läßt.

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Freitag, 24. März 2000

Beim Frühstück beweist Pepito, daß er schon wach ist. Mit einem Satz steht er plötzlich mitten auf dem Tisch und hängt den Kopf in meine Margarine. Zum Glück bin ich auch schon ein bißchen wach, so daß ich schnell genug reagiere und den Brotaufstrich rette. Hält er doch glatt den Butterersatztopf für seinen Freßnapf. Blödes Vieh!

Langsam geht es, aber es funktioniert, das Internet. Ich bekomme eine ganze Menge an Dokumenten über Information Retrieval. Ob ich noch die Zeit habe, das alles zu lesen, bezweifle ich zwar, aber die Einleitung und der Schluß müssen noch geschrieben werden. Dieses Wochenende wird noch durchgearbeitet, dann gebe ich die Arbeit ab. Ein oder zwei Tage sollte ich noch für Korrekturen einplanen.

Korrekturen sind auch bei meinem Tagebuch nötig. Ich entdecke einen weiteren Link bei den Alben, der nicht funktioniert. Auch scheinen die Einzelseiten der Bilder nicht da zu sein. Wenn ich sie erneut hochladen will, bekomme ich die Meldung, daß die Dateien schon existierten, will ich sie aber aufrufen, kommt die Nachricht, daß die angeforderte Seite nicht auf dem Server liege. Im Dateimanager von Tripod werden sie auch nicht angezeigt. Ist mein Speicherplatz schon ausgeschöpft? Könnte sein, ist aber unwahrscheinlich. Ich sehe mich also nach einem anderen Anbieter um. Meine Wahl fällt auf Fortune City, weil die 100 MB Webspace bieten und außerdem der einzige Anbieter sind, der heute erreichbar ist. Komischerweise geht nur die amerikanische Version, die deutsche und die spanische Version funktionieren nicht. Ich will nicht das ganze Tagebuch dorthinlegen, nur die Alben. Doch als es um das Hochladen geht, klappt es auch hier nicht. Ich muß ohnehin noch die Seiten entsprechend anpassen. Dumm, dafür habe ich eigentlich gar keine Zeit. Aber ich will diese dämlichen Fotoalben veröffentlichen.

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Samstag, 25. März 2000

Heute sprechen mich gleich zwei Leute darauf an, ob ich denn gestern auf dem genialen Frühlingsfest gestern gewesen wäre. Tolle Party, super Stimmung. Schade, daß ich das erst heute erfahre. Nun ja, ich hätte ohnehin keine Zeit gehabt. überhaupt ärgert es mich, daß ich jetzt soviel arbeiten muß. Erst bin ich ärgerlich, daß ich arbeiten will und nicht kann, jetzt muß ich und will nicht mehr. Man kann es mir auch nicht so leicht rechtmachen. Aber mir wäre eine ausgewogene Mischung zwischen Arbeit und Freizeit lieber, als dieses gezwungene auf Teufel komm 'raus vor dem Rechner hängen und tippen, tippen, tippen. Wenn ich wenigstens das Gefühl hätte, es würde etwas sinnvolles herauskommen.

Immerhin komme ich abends noch zum Fernsehen. Top Secret gibt es als Mitternachtsfilm. Irgendwie finde ich die spanische Version nicht witzig. Vielleicht liegt es daran, daß der alberne Akzent, mit dem die Leute sprechen alles Mögliche sein könnte, aber mit Sicherheit kein deutscher Akzent ist. Auch in den meisten Szenen, in denen angeblich deutsch gesprochen wird, gibt es irgendwelches Geblubber. Aber es paßt natürlich ins Gesamtbild, an dem Film stimmt nichts. Normalerweise habe ich mich darüber immer ausgeschüttet.

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Sonntag, 26. März 2000

Irgendwie fehlt mir die Stunde Schlaf, die wir heute Nacht verloren haben. Bevor ich mich an die Arbeit mache, kommt erst einmal eine Grundreinigung des Zimmers an die Reihe. Das ist wirklich nötig. Ich habe es nicht für möglich gehalten, aber in der nun komplett aufgeräumten Arbeitsumgebung komme ich besser zurecht, ich habe das Gefühl, schneller voranzukommen, als vorher. Vielleicht liegt es auch daran, daß es um acht noch hell ist, so daß ich erst um halb neun mit den Vorbereitungen für das Abendessen beginne. Es gibt mal wieder ahorrar dinero (Risotto mit Rucola ohne Rucola, als Reis mit Zwiebeln). Wie erwartet, finde ich leider keine Zeit mehr, mich auch nur ansatzweise mit den Fotoalben zu beschäftigen.

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© 2000 by Torsten Klie

Letzte Aktualisierung am: 27.03.2000