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Montag, 06. März 2000

Heute holt das Wetter die Bewölkung nach, die eigentlich schon gestern dasein sollte. Irgendwie ist es ziemlich drückend. Im Praktikumsraum Nummer 6 findet wieder ein Kurs statt. Die Fenster sind natürlich zu, so daß auch hier die Luft ziemlich drückend ist.

Nachmittags gehe ich zum Corte Inglés, um die Angebote an Videofilmen durchzusehen. Video- und CD-Abteilung sind dicht beieinander, so höre ich plötzlich einen Song, den ich schon öfter gehört habe, allerdings nicht weiß, von wem er ist. Gefällt mir gut. Ich frage eine Verkäuferin, die mich mit Finsterer Miene anblickt, eine CD heraussucht und sie mir gibt, wobei sie sich schon während der Übergabe wegdreht. Sehr freundlich! Zwar habe ich nur nach dem Namen der Gruppe gefragt, aber da die CD im Angebot ist, nehme ich sie. Eine gute Wahl,wie sich später herausstellt. Man könnte es als Latino-Ska bezeichnen. Ach ja, die Band heißt La Mosca und kommt aus Argentinien.

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Dienstag, 07. März 2000

Nach dem Frühstück ist nicht nur die Waschmaschine leer, sondern Ada ruft mich zu sich. Sie hat eine neue Haarschneidemaschine, jetzt will sie wie versprochen meinen Haarschnitt beenden. Endlich keine Haare mehr, die auf den Ohren aufsitzen. Diesmal rasiert sie mir sogar den Nacken aus.

So angefangen, könnte es ein richtig guter Tag werden. Doch in der ETSII klappt gar nichts. Juán Miguel ist nicht da, und der Praktikumsraum ist voll belegt. So kann ich also gar nichts machen und fahre wieder nach Hause. Mein Tagebuch aktualisiere ich heute im Internetcafé.

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Mittwoch, 08. März 2000

Eigentlich will ich heute früh aufstehen, doch es gelingt mir nicht. Vielleicht hätte ich gestern doch vor zwei ins Bett gehen sollen. Zum Glück gibt es heute noch freie Plätze im Praktikumsraum, allerdings habe ich erst beim dritten Rechner Erfolg, die ersten beiden sind kaputt. Ich komme gerade noch dazu, einen kurzen Geburtstagsgruß zu versenden, danach geht nichts mehr. Also schaffe ich es wieder nicht, meinem Tutor eine Mail zu schicken.

Am Nachmittag sitze ich an meinem Albumgenerator. Mittlerweile spuckt er schon etwas HTML aus. Die Seite mit den Thumbnails kommt schon so heraus, wie ich das haben will. Jetzt weiß ich auch, warum viele HTML-Generatoren keine relativen Links erzeugen. Es ist nämlich gar nicht trivial, aus absoluten Verweisen relative zu machen. Das Ergebnis ist wie so oft eine Methode, die unter den getesteten Bedingungen das liefert, was sie soll, ohne das ich sagen könnte warum. Trial and Error. Verrückt, ich bin u.a. hier, um ein Programmierprojekt zu machen, programmiere aber etwas ganz anderes. Wenn ich aber weiter nichts machte, würde ich mit Sicherheit verblöden.

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Donnerstag, 09. März 2000

Der Wettbericht hat für heute wieder Sonne satt angesagt. Deshalb will ich meine Wanderung in den Alpujarras starten. Doch der Kater bringt mich beinahe um. Nein, ich habe gestern nicht gesoffen, ich meine Pepito. Wir können uns nicht einigen, wer auf welcher Seite der Küche geht. Pepito springt auf die Fußmatte, die ich gerade betreten wollte, rutscht mit ihr weg und saust durch den Flur in Sicherheit. Ich bekomme einen Riesenschreck, springe zurück und gegen die Wand. Aua! Blödes Vieh, langsam müßte es doch wissen, daß ich nichts böses vorhabe.

Bei dem Rundgang um das Auto stelle ich fest, daß der rechte Vorderreifen etwas schlaff aussieht. Da ich ohnehin tanken muß, überprüfe ich den Luftdruck. 0,95 bar, das ist auf jeden Fall viel zu wenig und eine Erklärung dafür, warum ich in den langgezogenen Kurven auf der Autobahn immer das Gefühl hatte, daß Auto würde schwimmen. Weil ich schon mal dabei bin, überprüfe ich auch gleich den Ölstand. Furztrocken. Nachdem ich einen Liter aufgefüllt habe, ist das Minimum des Ölstandsprüfstab erreicht. Beim nächsten Tanken sollte ich nochmals etwas nachfüllen. Jetzt fährt sich das Auto wieder richtig gut. Wahrscheinlich wird der Verbrauch auch wieder von 8 auf 6,5 Liter zurückgehen.

Bevor ich mit der Wanderung von Bubión nach Pitres beginne, will ich mir noch Capileira ansehen. Es soll das schönste der drei Dörfer im Poqueira-Tal sein. Auf jeden Fall ist es schön, aber auch nicht groß anders als Pampaneira oder Bubión. So fahre ich bald nach Bubión zurück, um von dort aus zu Fuß die Alpujarras zu genießen. Der Weg ist anstrengend. Was mir beim Radfahren noch nicht gut gelungen ist, klappt auf Anhieb. Ich gehe von Anfang an langsam, um meine Kräfte einzuteilen. Der Reiseführer spricht von einer mittelschweren Wanderung, dabei bezieht er sich auf die einfache Strecke. Da ich Busfahren nicht mag, will ich auch den Rückweg zu Fuß absolvieren.

Schon nach den ersten zweihundert Höhenmetern genießt man einen herrlichen Ausblick auf das Tal des Poqueira. An klaren Tagen soll man von hier aus Salobreña und das Mittelmeer sehen können. Doch heute liegt Dunst über der Küste. Immerhin kann man die nun fast völlig schneefreien Dreitausender der Sierra Nevada sehen. Anfangs ärgere ich mich noch, daß ich eine lange Hose trage, denn ob der Anstrengung klebt die Jeans bald ziemlich unangenehm an den Waden. Doch der Weg wird bald enger und zugewachsener. Manche Dornen dringen auch durch die Hose, hier eine Shorts zu tragen, wäre durchaus unangebracht.

Nach einer Stunde ist der mit 1600 Metern höchste Punkt erreicht. Ich will mich ganz nach vorne auf den Felsen setzen. Dazu muß ich eine knapp einen Meter breite Spalte überwinden. Ich bekomme einen gewaltigen Schreck, als ich erkenne, daß die Spalte über 20 Meter tief ist. Gefährlich ist das Überqueren aber nicht, da beide Seiten genügend Halt bieten. Den Ausblick von hier oben zu beschreiben ist schwierig. Ich war nun schon öfter in diesem Tal, aber so wie heute habe ich es noch nie gesehen. Mit Sicherheit handelt es sich um einen der schönsten Plätze auf diesem Planeten.

Nun heißt es Abschied nehmen vom Poqueira-Tal, der Abstieg auf der anderen Seite beginnt. Schon bald beginnt der Reiseführer mich an der Nase herumzuführen. Es heißt, man solle rechts gehen. Ich finde leider keine Markierung mehr, die auf die GR-7 (so heißt der Wanderweg) hinweist. Obwohl ich das Gefühl habe, in die falsche Richtung zu gehen, folge ich diesem Weg bestimmt eine gute Viertelstunde. Das ist nicht ganz umsonst, immerhin bekomme ich eine Gruppe Steinböcke zu sehen. Dann kommt ein Weg, der scharf links geht. Laut Routenbeschreibung müßten an dieser Kreuzung Röhren von einem nie vollendeten Wasserleitungsprojekt liegen. Das muß falsch sein. Trotzdem folge ich nun diesem Weg, weil er laut Karte immerhin in die richtige Richtung führt. Nach einiger Zeit stoße ich tatsächlich auf eine Kreuzung mit ein paar Röhren, dort gehe ich links.

Es heißt immer der Beschilderung GR-7 folgen, doch davon ist nichts zu sehen. Schließlich gehe ich nur noch nach Karte, bis ich ein einem verlassenen Haus ankomme und der Weg sich im Gestrüpp verliert. Der Spaß am Wandern ist vorbei. Ich bin also nicht einmal in der Lage, einer einfachen Wegbeschreibung zu folgen. Die Zeit rennt mir davon. Zeitansatz für die einfache Strecke drei Stunden. Mittlerweile merke ich schon die Blasen an den Füßen. Um meine Beine etwas aufzulockern, laufe ich ein gutes Stück zurück. Dabei merke ich, daß ich mich vorhin bei der Orientierung geirrt habe. Ich habe an der Kreuzung mit den Röhren einen Weg irrtümlich für den gehalten, den heruntergekommen wäre, wenn ich an der ersten Kreuzung rechts gegangen wäre (könnt Ihr mir folgen?). Dieser Weg endet nämlich in einem Bachbett, das ich mühsam hinaufklettere. Na toll, hoffentlich finde ich bald eine Möglichkeit, wenigstens den Rückweg vernünftig hinzubekommen. Ziemlich erschöpft komme ich plötzlich auf dem Weg heraus, den ich ganz am Anfang fälschlicherweise eingeschlagen habe. Kurz vor der Kreuzung, an dem meine Irrtümer begonnen haben, sehe ich auf einen umgekippten Felsbrocken ein Kreuz, welches dem Wanderer zeigen soll, daß das der falsche Weg ist. Prima, hätte ich das nicht vor einer Stunde sehen können? Ich drehe mich nochmals um, als ich vorbeigegangen bin, und stelle fest, daß das Kreuz von anderen Seite aus nicht sichtbar ist.

Trotz meiner Erschöpfung beschließe ich nun, dem richtigen Weg zu folgen, anstatt den Rückweg anzutreten. Nach einigen Metern ist auch die Beschilderung wieder sichtbar. Den gesamten Weg bis Capilerilla brauche ich den Reiseführer nicht mehr, ich folge einfach den Schildern. In diesem Weiler allerdings verlaufe ich mich nochmals und gehe einen Umweg nach Pitres. Dort mache ich keine Ortsbesichtigung, sondern kehre in eine Bar ein. Ich versuche dem Gespräch der dort neben mir an der Theke sitzenden Bauarbeitern zu folgen, aber sie lassen mir keine Chance. Zwar verstehe ich mittlerweile das Andalusische, aber nicht, wenn die Leute untereinander sprechen. Deren Aufmerksamkeit richtet sich bald auf ein kleines Kind, daß hinter der Theke herumläuft. Die Erwachsenen bringen ihm bei, wie man auf einem Zahnstocher kaut. Das scheint ihm Spaß zu bereiten, denn er greift nach mehreren Zahnstochern aus dem Behälter auf der Theke, um diese nach der "Benutzung" wieder dorthinein zu stecken. Das Haus an sich ist auch interessant. Der Schankraum ist nur ein Schlauch, gleich hinter der Theke führt eine Treppe hinab in die Küche. Einen Flachländer wie mich faszinieren Häuser, die am Hang stehen.

Auf dem Rückweg wird mir bald klar, warum viele Leute beim Wandern singen. Sicherlich um die Schmerzensschreie zu übertönen. Trotzdem, die Aussicht entschädigt für die Qualen. Als ich nach einer Dreiviertelstunde Stunde wieder auf dem höchsten Punkt des Weges bin, erkenne ich, daß dem Blick über das Poqueira-Tal so schnell nichts das Wasser reichen kann. Auf den vorderen Felsen klettere ich nicht, irgendwie wird mir schwindelig, sobald ich in die Nähe der Spalte komme. Beim Aufstieg vorhin bin ich einen Pärchen begegnet, jetzt sehe ich aus einiger Entfernung eine Reitergruppe. Das ist alles. Mehr Leute treffe ich nicht, und das bei einer Wanderung von insgesamt fünf Stunden. Man hört von hier oben allerdings schon die Kinder in Bubión schreien, auch wenn es fast eine Stunde dauert, bis ich wieder in meinem Auto sitze. Die letzten Meter werden zur Qual.

Ich habe Glück gehabt, daß ab drei einige Schleierwolken die Sonne bedeckt haben, denn ich habe beim Aufbruch heute Morgen das Auftragen der Sonnencreme vergessen. Ich habe einen leichten Sonnenbrand auf der Nase. Nach dem Abendessen (Risotto) falle ich ins Bett, kann aber leider wegen der schmerzenden Füße nicht einschlafen.

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Freitag, 10. März 2000

Das Aufwachen gestaltet sich schmerzhaft wie erwartet. Da es schon nach zehn ist, als ich zur ETSII fahre, gebe ich vorher noch einen Film zum Entwickeln ab. Da ich niemanden finde, der mir die Tür zum Praktikumsraum Nummer sechs öffnet, gehe ich hoch zu Juán Miguels Büro. Auf mein Klopfen kommt keine Antwort, ich höre ihn aber sprechen. Nach einer Minute kommt er aus seinem Büro, wundert sich, mich zu sehen, und beginnt einen langen Vortrag. Immerhin sagt er, daß es nicht an mir liege. Er habe einfach zu viel zu tun, um sich um so ein Projekt zu kümmern. Ich sollte schließlich ihre Arbeit erleichtern und mich in das Werkzeug Visual Retrival einarbeiten, jetzt müßte er das doch selber machen, weil sonst die ganze Geschichte nicht konfiguriert bekommt, außerdem kann er den Server nicht umkonfigurieren, da er sonst die anderen Datenbankprojekte gefährdete. Zum Schluß immerhin eine Aussage, mit der ich etwas anfangen kann: Ich bin Überfordert, frag Rafa [der Direx], was Du noch machen kannst. Zwei Monate eher hätte eine solche Antwort geholfen, jetzt bleiben mir drei Wochen, wenn ich auf meine geplante Reise in den Westen verzichte, andernfalls gerade mal zwei. Das reicht nicht, um noch etwas neues anzufangen. Dennoch schreibe ich eine eMail an den Direx, um ihn zu fragen, was ich zu tun habe, um mit dem Projekt weiterzumachen oder besser gesagt, um es zu beenden.

Eigentlich will ich surfend noch eine Weile auf Antwort warten, aber bei Übertragungsraten von 1 Byte pro Sekunde verliere ich die Geduld. Ich könnte ja auch versuchen, den Direktor zu erwischen, aber ich glaube es ist besser, wenn Juán Miguel, der auch mit sprechen will, schon mal den Rahmen klärt, dann brauche ich nicht mehr die ganze Geschichte zu erzählen. Außerdem kann ich mich dann am Wochenende vorbereiten.

Es ist seltsam, ich kann keinen Schritt gehen, ohne vor Schmerzen zu stöhnen, aber Fahrradfahren geht problemlos. Da sieht man, daß das Radfahren ganz andere Muskelgruppen beansprucht. Nun, eine Fahrradtour wäre vielleicht nicht unbedingt das Richtige. Ich habe neue Fotos, schöne Fotos, wie ich meine, die ich gerne veröffentlichen möchte. Dazu brauche ich aber den Generator, weshalb ich mich dann nachmittags auch ans Werk mache. Es stellt sich heraus, daß die Index-Seite das Schwierigste war, denn die Bildseiten gehen ganz einfach. Leider finde ich noch einen Bug (d.h. es ist gut, daß ich ihn finde, schlecht ist, daß er da ist) in der makeRelativePath-Methode, so daß ich wieder einiges an Hirnschmalz investieren muß. Jetzt blicke ich an der Funktion gar nicht mehr dran lang, aber sie scheint zu funktionieren (abspeichern, ausdrucken, abheften, nie wieder anfassen!).

Der HTML-Generator gefällt mir überhaupt nicht. Er tut zwar, was er soll, ist aber genau auf diesen einen Gebrauch für das erzeugen von Album in genau dem Stil, wie ich ihn bisher verwendet habe, zugeschnitten. Hier kann in Zukunft Optimierung ansetzen. Fernziel ist vielleicht eine unabhängige HTML-Dokumenten-Klasse, die aus jeder Java-Anwendung heraus mit einfachsten Mitteln HTML generiert. Wenn ich dabei die OO-Technologie verwende, müßten sich dann sogar andere Ausgabeformate (RTF, LaTeX, ...) einbinden. Das ist Zukunftsmusik und ein Projekt, daß mich über Monate beschäftigen könnte. Wahrscheinlich gibt es das ohnehin schon, ich muß mal im Internet suchen.

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Samstag, 11. März 2000

Da ich heute Abend eine Visita Nocturna der Alhambra machen will, muß ich mein "normales" Samstagsprogramm umstellen. Das bedeutet, daß ich mittags koche. Ich wage mich heute an Zucchinipuffer mit Paprikasahne. Die Puffer gelingen gut und schmecken ausgezeichnet. Die Sahne ist leider fast ungenießbar. Es empfiehlt sich unbedingt, saure Sahne zu verwenden. Die Nata para cocinar schmeckt nach H-Milch (Leche UHT).

Um also pünktlich zur Alhambra zu kommen, esse ich um kurz vor sieben Abendbrot. Ich bin es überhaupt nicht mehr gewohnt, so früh zu essen, normalerweise pflege ich mein Abendbrot gegen 21:15 einzunehmen. Julian erzählt mir von einer Comic-Ausstellung, zu der ich unbedingt hin müßte. Er selbst ist da auch irgendwie involviert, da es heute in einer Diskussionsrunde um Zeichentrickfilme geht.

Als ich dann auf der Ausstellung bin, weiß ich nicht so recht, was ich da eigentlich soll. An vielen Ständen werden Comic-Hefte zum Kauf angeboten. Manche kann man sich auch von den Zeichnern signieren lassen. Ich kenne überhaupt keine der Comics. Die vielen Leute machen mich nervös, ich fühle mich total unbehaglich. Als ich dann versuche, die Dekoration im Hintergrund eines Standes zu betrachten, an dem es Magic-Karten gibt, weiß ich auch, warum ich mich nicht wohl fühle. Es gelingt mit nicht, die Beschriftungen zu lesen. Ich brauche bald eine neue Brille. Der Diskussion will ich dann nicht beiwohnen, da ja eigentlich ein anderes Ziel habe. Also verlasse ich den Paseo del Salon, um Richtung Alhambra aufzubrechen.

Als die erste Steigung beginnt, gebe ich auf. Die Blase an meinem linken Fuß bringt mich um. Vielleicht komme ich mit letzter Kraft zur Alhambra, allerdings werde ich den Aufenthalt nicht genießen können. Außerdem ist es schon ziemlich spät. So trete ich also mißmutig den Heimweg an. Den Rest bekomme ich dann in einem Zeitungskiosk. Ich verlange eine Supertele, eine Fernsehzeitung. Trotz meiner Bemühungen, den Namen so spanisch wie möglich auszusprechen, versteht mich der Verkäufer nicht. Nun, er ist schon alt und braucht auch eine ganze Minute, um den Preis herauszufinden, der groß auf der Titelseite steht, aber trotzdem ein ziemlich ernüchterndes Ereignis.

Zuhause komme ich gerade noch die Treppen hinauf. Ich weiß auch nicht, was das soll, so groß ist die Blase nicht. Klein aber gemein, so daß ich einen weiteren Samstag Abend vor dem Fernseher verbringe. Schade eigentlich, aber immerhin gibt es einen Almodóvar (Fessle mich!). Der Wetterbericht verheißt Regen für die nächste Woche. Heute hat Granada mit 25° C übrigens beinahe einen spanischen Rekord aufgestellt (Sevilla und Córdoba 26° C), obwohl es bewölkt gewesen ist und die Sonne sich überhaupt nicht hat blicken lassen. Gestern hat das Thermometer in Sevilla das erste Mal in diesem Jahr die 30° C Marke erreicht!

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Sonntag, 12. März 2000

Da ich gestern nicht so furchtbar spät ins Bett gegangen bin, wache ich schon um 7:00 Uhr auf. Verrückt, die ganze Woche habe ich vergeblich versucht, um 7:30 Uhr aufzustehen und am Sonntag bin ich dann schon eine halbe Stunde eher wach. Es ist wahrscheinlich die Ruhe. Während nachts um vier noch Lärm herrscht, höre ich jetzt die Vögel zwitschern. Geradezu gespenstisch, diese Ruhe.

Relativ ruhig geht es für mich auch den Rest des Tages zu. Ich habe Zeit und Muße, Lust wäre wohl zuviel gesagt, um den großen Zettelstapel in meinem Regal abzuarbeiten und auf drei Häufchen zu sortieren (Müll, brauche ich noch, brauche ich hier noch). Der eine oder andere schon verlorengeglaubte Wisch taucht wieder auf. Auch meine Negative von vor vor Weihnachten, die ich schon verlorengeglaubt hatte, sind wieder da. Es kann nichts wegkommen? Nun ja, der Mülleimer steht unter dem Regal, alles, was dort hinausfällt, landet in ihm.

Die Wahlergebnisse bringen keine große Überraschung, aber eine große (wahrscheinlich die absolute) Mehrheit für den konservativen Partido Popular (44%). Dann hat die Zusammenarbeit von PP und den baskischen und katalanischen Nationalisten wohl ein Ende. Über die Wahlen zum Autonomieparlament Andalusiens wird im ersten Programm nichts berichtet. Als ich auf Canal Sur umschalte, ist die Wahlsendung vorbei.

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© 2000 by Torsten Klie

Letzte Aktualisierung am: 12.03.2000