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Montag, 31. Januar 2000

Im Praktikumsraum bin ich der erste überhaupt, obwohl ich zur gleichen Zeit wie immer da bin. Da natürlich überhaupt nichts läuft (außer meiner Nase) sende ich einen Hilferuf am Juán Miguel ab. Nach und nach kommen dann aber doch noch so einige Leute, auf einmal ist auch Juán Miguel unter ihnen. Er hat mal wieder von nichts Ahnung, also erkläre ich ihm mühsam das Problem. Er verspricht, sich darum zu kümmern, ich soll so lange etwas anderes machen. Das kenne ich ja schon.

So vergeht Stunde um Stunde, bis es Mittagszeit ist. Das Internet hat, so denn alles funktioniert, schon eine ganze Menge zu bieten. Der Wetterbericht im Fernsehen hat recht, es ist klasse Wetter. Ich ärgere mich, hätte ich doch was anderes machen können, als surfend vor dem Bildschirm zu hängen. Aber wenn man erst einmal damit angefangen hat, ist es schwer, wieder aufzuhören. Meine Winterjacke verschwindet im Rucksack, bevor ich den Weg zur Mensa antrete. So befreit und beflügelt gebe ich richtig Gas. Vor mir fährt ein Handwerker viel zu langsam für meinem Geschmack, deshalb fahre ich rechts vorbei. Doch da tritt ein Mann auf die Straße und schließt ohne sich umzusehen sein Auto auf. Alles, was ich tun kann, ist die Luft anzuhalten und mich ein klein wenig dem weißen Kastenwagen links neben mir zu nähern. Aber was rege ich mich auf, da sind ja an beiden Seiten noch fünf cm Platz!

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Dienstag, 01. Februar 2000

Heute ist Juán Miguel sichtlich bemüht, ständig kommt er herein probiert, flucht, geht wieder, um dann nach kurzer Zeit erneut zu erscheinen. Es bewegt sich nichts. Die verdammten Bilder wollen ums Verrecken nicht in die Datenbank! Mich stört, daß er ständig mir Zigarette den Rechnerraum betritt. Die Luft hier ist schon schlecht genug, da macht das Rauchverbot Sinn. Außerdem halte ich mich momentan wegen meiner Erkältung zurück. Nachdem er mir aber zum x.mal den Rauch um die Nase geblasen hat, werde ich schwach. Allerdings wird das sofort bestraft, denn gerade als ich die Zigarette angezündet habe, kommt er freudestrahlend die Treppe heruntergelaufen und deutet mir an, ihm zu folgen. Leider hat er die Lösung immer noch nicht gefunden.

Etwas erfreuliches bringt der Tag noch. Das Telefon klingelt und man teilt mir mit, daß ich meinen Rechner abholen könne. Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet, daß sie anrufen, ich wollte morgen nachfragen. So mache ich mich dann gleich als ich vom Essen komme auf den Weg zum Corte Inglés. Tatsächlich, ich kann ihn mitnehmen und er funktioniert wieder. Ob ich einen guten Tausch gemacht habe? Jedenfalls ist das neue CD-Laufwerk deutlich leiser. Dafür paßt es nicht 100%ig zum Design, der Auswurfknopf ist eckig und nicht leicht abgerundet wie die anderen Knöpfe ;-).

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Mittwoch, 02. Februar 2000

(** Hier steht nichts, weil es sich in keiner Weise lohnen würde, diesen Tag auch nur ansatzweise zu beschreiben. Vielleicht hole ich es später noch nach, ich muß jetzt erst einmal einige Zeit aufholen, um nicht noch mehr in den Rückstand zu geraten. **)

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Donnerstag, 03. Februar 2000

(** Hier steht nichts, weil es sich in keiner Weise lohnen würde, diesen Tag auch nur ansatzweise zu beschreiben. Vielleicht hole ich es später noch nach, ich muß jetzt erst einmal einige Zeit aufholen, um nicht noch mehr in den Rückstand zu geraten. **)

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Freitag, 04. Februar 2000

(** Hier steht nichts, weil es sich in keiner Weise lohnen würde, diesen Tag nur ansatzweise zu beschreiben. Vielleicht hole ich es später noch nach, ich muß jetzt erst einmal einige Zeit aufholen, um nicht noch mehr in den Rückstand zu geraten. **)

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Samstag, 05. Februar 2000

(** Hier steht nichts, weil es sich in keiner Weise lohnen würde, diesen Tag nur ansatzweise zu beschreiben. Vielleicht hole ich es später noch nach, ich muß jetzt erst einmal einige Zeit aufholen, um nicht noch mehr in den Rückstand zu geraten. **)

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Sonntag, 06. Februar 2000

Ich fühle mich alles andere als fit, trotzdem muß ich heute hier mal wieder raus. Das Wetter ist ideal dazu. Ich habe von Martin, einem meiner Vorgänger hier, viele Tips bekommen, was ich mir unbedingt ansehen müßte. So z.B. auch Antequera, eine Stadt etwa 90 km westlich von Granada. Eine Stadt, die schon viel Geschichte erlebt hat. Man kann deutliche Spuren aus der Kupferzeit finden: Dolmengräber. Die werde ich allerdings nicht besichtigen, denn ich komme nicht rechtzeitig aus dem Haus. Es ist schon nach eins, als ich in mein schmutziges Auto einsteige. Direkt vor dem Wagen wurde die Straße mal wieder aufgerissen, so daß mir niemand glauben würde, wenn ich behauptete, der Wagen sei weiß.

Dennoch komme ich auf der Autobahn gut voran, so daß ich in Ruhe einen Stadtrundgang machen kann. Zur Zeit der Reconquista war die mit 40.000 Einwohnern beschauliche Kleinstadt ein wichtiger Stützpunkt gegen die Mauren in Granada und Málaga. Deshalb verfügt sie über 23 Gotteshäuser. Wenn man es darauf anlegt, kann man fast alle auch von innen besichtigen, ich beschränke mich darauf, einfach das Stadtbild zu bewundern. Die Sonne brennt richtig, T-Shirt-Wetter. Da ist der Aufstieg zum Castillo Árabe schon beinahe anstrengend. Doch die schöne Gartenanlage und der Ausblick auf die Stadt entschädigen für die Mühe.

Mein nächster Punkt auf meinem Plan ist El Torcal, ein Naturschutzgebiet 15 km südlich von Antequera. Dort möchte ich eine kleine Wanderung oder besser gesagt "Bergspaziergang" machen. Es gibt dort nur einen Weg, den man begehen darf, alle anderen Trampelpfade und das restliche Gelände sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Leider nutzt ganz Spanien das schöne Wetter für einen Rundgang aus. Mir gelingt es so nicht richtig, die Natur völlig zu genießen. Die bizarren Felsformationen können die Fantasie anregen, allerdings nur, wenn man sich irgendwo hinsetzt und - Halt! Hier gibts Vipern und Skorpione! - also nicht hinsetzen, aber wenn man einfach mal in Ruhe den Blick und die Gedanken schweifen läßt. Auch nutzen die meisten die Möglichkeit nicht, ein Naturerlebnis zu bekommen, sondern es bleibt beim Familienerlebnis. Die Mütter halten halbherzig die schreienden Kinder zusammen, bevor man losgeht, kreisen noch die Literbierflaschen. Dann werden Felsen bestiegen und von dort aus Brunftschreie über das ganze Tal verbreitet. Eine Gruppe Holländer treibt mich fast in den Wahnsinn. Ständig dieses "Huuuhuuuuuuuh!"! Ich warte eine ganze Weile, will ihnen Vorsprung lassen, doch sie scheinen auch auf etwas zu warten. Dann wird es mir zu bunt, und ich eile vorwärts. Das ist genau die richtige Entscheidung, denn jetzt ist zwischen mir und den Gruppen vor und hinter mein eine so große Lücke, daß ich mich doch noch an der Natur erfreuen kann. Gut übrigens, daß ich Stiefel trage, denn man muß des Öfteren zwischen einigen Felsen hindurchkraxeln. So habe ich einen festen halt (und Schweißfüße).

Die dominierenden Farben sind grün und grau. Die Landschaft um den Park herum erinnert mich an Irland, so ein saftiges Grün habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Die wenigen Bäume, die in der Landschaft herumstehen, scheinen Kirschbäume zu sein, denn sie Blühen rosa. Warum empfehlen die Reiseführer eigentlich das ganz frühe Frühjahr nicht als Reisezeit? Klar, für Sonnenhungrige ist es jetzt noch nichts, aber wenn man sich Städte angucken will, ist man bei 15 - 25° C doch besser dran als bei 35 - 45°. Und dieses Grün der Äcker! Dazu im Kontrast ein dunkelbrauner Boden. Einfach Traumhaft.

Ich will noch ein bißchen in dieser Landschaft verweilen, deshalb beschließe ich, die Straße nicht nach Antequera zurückzufahren, sondern weitere 30 km nach Süden zu fahren, um dann in Málaga die Autobahn nach Granada zu nehmen. Die Strecke ist Abenteuerlich, teilweise ist die Hälfte der Straße einfach weggespült worden. Zwei Metallständer, ein biß Trassierband, das muß reichen. So bin ich eine gute Stunde unterwegs. Dann geht aber alles sehr schnell, ich muß die Autobahnauffahrt verpaßt haben, denn ich bin mitten in Málaga. Ich beschließe, wo ich schon einmal hier bin, nochmal durch die Innenstadt zu cruisen. Irgendwie gefällt mir die Stadt jetzt besser, als beim letzten Besuch. Da es gerade beginnt, dunkel zu werden, will ich mir die Stadt nochmal von oben an sehen. Den Blick habe ich ja nur tagsüber genossen. Ich fahre also hoch zum Castillo. Dort zerreiße ich beim Aussteigen meine Portmonnaiekette, die sich wohl um den Handbremshebel gewickelt hatte. Entgegen der Angabe im Reiseführer ist der eingang um 19:00 Uhr schon verschlossen."Das hat ja mal wieder geklappt", denke ich, aber es gibt noch einen kleinen Aussichtspunkt knapp unterhalb des Castillos. Dort finde ich endlich etwas Ruhe. Es ist immer noch herrlich warm, 20°C zeigen die Thermometer in der Stadt an. So lasse ich mir für zehn Minuten das laue Lüftchen vom Mittelmeer um die Nase wehen, bevor ich die Heimreise antrete.

Obwohl ich mich schon ein bißchen in Málaga auskenne, verfahre ich mich wieder und es dauert ziemlich lange, bis ich endlich auf der Autobahn bin. Ich denke nach dem Streß habe ich mir eine Zigarette verdient. Doch ich kann die Schachtel nicht finden. Nach einigen Minuten vergeblichem Verumtasten im Rucksack beschließe ich, die nächste Abfahrt zu nehmen und dort in Ruhe zu suchen. Dummerweise ist die nächste Abfahrt nur eine Abfahrt. Eine Auffahrt gibt es nur in Richtung Málaga. So folge ich wohl oder übel der kleinen Straße, die sich sofort durch die Berge windet. Es ist bitter, ich kann die Autobahn die ganze Zeit sehen, aber nicht erreichen. Allerdings gut daß die Straße mehr oder weniger parallel zur Autobahn verläuft, so habe ich Hoffnung, irgendwann wieder drauf zu kommen. Viel mehr als Schrittgeschwindigkeit ist nicht drin, ich kann trotz Fernlicht so gut wie gar nichts sehen. Nach langen Minuten geht die Straße wieder bergab und ich befinde mich bald wieder auf der Autobahn. Die Zigarette genieße ich dann richtig.

Da es schon kurz nach halb zehn ist, als ich zu Hause ankomme, will ich nicht mehr kochen. Gab es da nicht neulich im Fernsehen eine Burger King Werbung, in der ein neuartiger "Triple Burger" mit drei Scheiben Rindfleisch angepriesen wurde? Den muß ich mal ausprobieren. Da ich auch noch etwas Bargeld brauche, gehe ich zur Puerta Real (und nicht ins Neptuno-Zentrum, was näher wäre), wo gerade ein neues Burger King Lokal eröffnet hat, denn schließlich befindet sich dort auch eine Filiale der Deutschen Bank. Die Räumlichkeiten bei BK sind nicht der übliche Einheitsbrei, sondern richtig spanisch, also eine Halle mit schwarzen Holztischen und bequemen schwarzen Holzstühlen (das ist allerdings unspanisch...), schwarz-weiß gemusterten Fliesen auf dem Boden und im unteren Bereich der Wände. Dazu von der Decke grelles Neonlicht. Da der obere Teil der Wände verspiegelt ist, wirkt der Raum wie ein riesige Halle. Das Essen ist Standard Burger King, also nicht so der Brüller.

Der Weg zum Geldautomaten ist ein Fleischerweg. "Der Service steht z.Z. nicht zur Verfügung", steht auf dem GA, daneben hängt ein Schild: "Wir stehen 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr zu Ihren Diensten". Reines Wunschdenken.

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© 2000,2001 Torsten Klie

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